Die Verabschiedung der 94 Schülerinnen und Schüler der Lieth-Schule Bad Fallingbostel war nicht „The same procedure as every year“, wie Schulleiter Andreas Dzionsko feststellte. Das liege entscheidend daran, dass die zu entlassenden Schüler einzigartig seien. Hinzu kommt aber, dass erstmals ein Jahrgang entlassen wurde, der mit dem Gründungsjahr der Oberschule beginnend die drei letzten Jahre durchlaufen hat. Damit sei die ehemalige Haupt- und Realschule nun vollständig in eine Oberschule mit gymnasialem Angebot umgewandelt. Kleine Klassen, mehr Ruhe, mehr Transparenz für die Eltern und Eindeutigkeit bei den Abschlüssen seien die Folge. Somit wurden „wie gewohnt“ Hauptschüler nach der 9. und 10. Klasse, Realschüler und erstmals Schüler aus dem gymnasialen Zweig entlassen. 18 erreichten den Hauptschulabschluss nach Klasse 9, zehn Schüler den Sekundarabschluss I Hauptschule nach der Klasse 10. Den Sekundarabschluss I Realschulabschluss bekamen 25 Schüler.
Die größte Gruppe mit 41 Schülerinnen und Schülern verlässt die Schule mit dem Erweiterten Sekundarabschluss. „Ein überaus erfreuliches Ergebnis“, kommentierte Dzionsko. Dabei sei ein deutlicher Anstieg der Schülerzahlen in den höheren Abschlüssen zu verzeichnen. Gegenüber 2015 sank nach der Statistik die Zahl der Hauptschüler nach Klasse 9 um ein Drittel auf 19,1 Prozent. Dafür stieg die Zahl der Erweiterten Sekundarabschlüsse von 31 auf 43 Prozent. Dafür fielen durch die Einrichtung einer Z-Klasse und der damit verbundenen Anhebung des Niveaus die Noten nicht mehr so gut aus. So war Malaika Politt-Lesau die Einzige, mit einer Einser-Note vor dem Komma. Der Schulleiter verabschiedete die Schülerinnen und Schüler mit der Aufforderung, auch in ihrem neuen Lebensabschnitt Spuren zu hinterlassen. Nach dem großen Schritt des Schulabschlusses sollten sie die nächsten Schritte mit Bedacht und Mut angehen. Dazu zitierte er Liedermacherein Ina Deter mit „Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis, aber jeder Augenblick ist ein Geschenk“ und Albert Einstein mit „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“. Bürgermeisterin Karin Thorey verglich die Schulen von 1920 mit dem Buch für Züchtigungen mit der modernen, fördernden Schule. Sie sah für die scheidenden Schüler mit den weiterführenden Bildungseinrichtungen und dem Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt „riesige Chancen“. Für sie solle der Beruf auch Berufung werden, wünschte sie den jungen Erwachsenen. Elternratsvorsitzender Stefan Volkmer betonte, die „Versuchskaninchen“ des ersten Durchgangs der Oberschule hätten überzeugt.
Das gegenseitige Kennenlernen durch die Mischung der Klassen, die größere Gerechtigkeit der Noten das Schnuppern in der Arbeits-und Berufswelt und der menschliche Umgang miteinander hätten zu den Anstrengungen geführt, die Ziele zu erreichen Musikalische Auflockerungen durch die Schulband, Rückblicke der Schüler und der Klassenlehrer gaben einen überzeugenden Eindruck von dem gegenseitigen Verständnis. „Oscars“ für die Lehrer, Bemerkungen wie „Wenn die Lehrerin kommt, scheint die Sonne“ und „Schüler- und Lehrer- Ranking“ sorgten für manchen Lacher.