Am 16.09. um 8.13 starteten wir nach Miastko, über Berlin und Stettin. Unsere Reisegruppe (bestehend aus 13 Schülerinnen und Schülern nebst 5 Betreuungspersonen) war schon sehr aufgeregt. Wie würde es mit der Sprache klappen? Mit unseren wenigen polnischen Vokabeln, deren Aussprache uns so schwer fiel! Um 19.00 wurden wir dann am Bahnhof von „Klein-Stettin“ von der polnischen Kollegin mit Bus in Empfang genommen, nach einer halbstündigen Fahrt erreichten wir Miastko.

Dort hieß es dann: dzień dobry! (Guten Tag!)

Wir wurden herzlich von den polnischen Schülern und Schülerinnen, den dortigen LehrerInnen und dem Schulleiter empfangen, mit einem Begrüßungslied und vielen Lichtern. In der Mensa aßen wir Abendbrot. Nach einer Begrüßung in der schuleigenen Aula wurden unsere SchülerInnen auf ihre Familien verteilt. Die Spannung stieg – wie würde es wohl werden? Wir waren alle schon sehr neugierig, in Angesicht des großen Abenteuers in einer völlig fremden Familie.

Am nächsten Tag zeigte sich dann schon, dass alle gut angenommen und aufgenommen worden waren!

In den nächsten Tagen wurden wir durch die Schule geführt, wir nahmen am Unterricht und an Sportwettkämpfen teil und lernten uns alle ein wenig kennen.

Die Schule ist sehr modern eingerichtet, wir waren alle beeindruckt. In der Mensa gab es leckeres Mittagessen. Außerdem wurde ein gemeinsamer Tanz eingeübt, das war sehr lustig!

Bereits am nächsten Tag stand der Ausflug nach Ustka (Stolpmünde) auf dem Programm. Nach der Busfahrt wanderten wir durch eine herrliche Dünenlandschaft zu dem wundervollen weitläufigen Strand. In Ustka gab es dann ein wenig Freizeit und wir stärkten uns bei Eis, Waffeln etc. Am vereinbarten Treffpunkt angekommen erblickten wir ein tolles Piratenschiff, welches aus dem „Fluch der Karibik“ entsprungen zu sein schien! Mit genau diesem Schiff durften wir dann für eine Stunde aufs Meer hinaus, ein echtes Erlebnis. Anschließend besuchten wir noch die Blücherbunker und erhielten über Audioguides die nötigen Informationen. Auf der Rückfahrt machten wir noch einen Stopp in einem großen Einkaufszentrum mit vielen bekannten Geschäften und Marken. Erschöpft und mit vielen neuen Eindrücken kamen wir wieder in Miastko an und kehrten in unsere Gastfamilien zurück.

Am Mittwoch erfolgte dann die offizielle Begrüßung durch den Bürgermeister im Rathaus und in der Touristeninformation. Bei einem Quiz gab es liebevoll ausgewählte Preise. Nach dem Essen in der Mensa und einer Mittagspause trafen sich alle auf einer Wiese mit Feuerstelle. Wir spielten Volleyball und kämpften beim Tauziehen. Der Tag endete mit über dem Feuer gegrillten Würstchen, Gitarrenmusik am Lagerfeuer und bester Laune.

Am Donnerstag startete dann der nächste Ausflug. Wir besichtigten Danzig, fuhren mit dem Riesenrad und spazierten in Zoppot auf der längsten Mole Europas. Anschließend blieb noch Zeit für einen Stadtbummel in Danzig, einer wirklich wundervollen Stadt! Wie die Reiseführerin so schön sagte, alles, um eine wenig Appetit auf mehr zu machen …

An unserem letzten Tag gestalteten die SchülerInnen Plakate zum Thema: „Mein neuer Freund, meine neue Freundin“. Nach einer Mittagspause stellte jede/r sein Plakat vor.

Bei der abschließenden Disko befanden sich dann nahezu alle SchülerIinnen auf der Tanzfläche und genossen den letzten Abend.

Um 4.45 am Samstagmorgen fielen sich dann Schülerinnen und Schüler, sowie die Lehrerinnen und Lehrer in die Arme, um sich zu verabschieden. Dabei kullerte die ein oder andere Träne! Alle TeilnehmerInnen hatten neue Kontakte geknüpft, viele neue Dinge kennengelernt und jede Menge Spaß gehabt.

Ein großes Dankeschön geht an die polnischen Kolleginnen und Kollegen für die großartige Organisation dieser Woche. Ihre Aufmerksamkeit und das Engagement waren einzigartig! Gerade auch im Hinblick auf unsere Krankheitsfälle, von denen wir leider nicht verschont wurden, war die Hilfsbereitschaft unserer Gastgeber und Gastgeberinnen supergroß! Danke auch an die Gastfamilien und die polnischen Schülerinnen und sowie die tolle Reisegruppe! Es war schön zu beobachten, was aus dem Abenteuer „Schüleraustausch“ geworden war. Die Sache mit der Verständigung hat super geklappt, oft auch auf Englisch, das ja nun (zum Glück ;-)) unser aller Zweitsprache ist!

Mehr denn je, wurde uns immer wieder bewusst, ist dieser Schüleraustausch von großer – auch politischer – Bedeutung!

dziękuję bardzo !!! (Vielen Dank!)

Und noch ein schriftlicher Eindruck von Alishia Eifler und Jennifer Jaeger:

In Polen lernten wir vieles:
wir lernten, keine Vorurteile zu haben, jeden so zu akzeptieren, wie er ist und jeden Tag wie den letzten zu leben, denn es könnte jeder Tag der letzte sein.
Dieser Polen-Austausch war gut für uns. Wir lernten vieles und auch das Leben in einem anderen Land kennen – lediglich die Sprache war anders. Doch wenn man weiß, wer seine Familie ist, wer einem wichtig ist, ist das Heimat genug, denn wenn man sich wohl fühlt und Freunde hat, die für einen da sind – auch in schweren Zeiten – ist das wie eine Familie.
Diese Gruppe ist einmalig gewesen, man hat gemeinsam gesungen, sich gegenseitig geholfen und man konnte sich gut verständigen auch wenn es eine andere Sprache war.
Außerdem haben wir gemerkt, was auch fremde Menschen für einen tun können und wollen.
Danke für diese tolle Zeit und danke, dass wir euch kennenlernen konnten. Wir werden euch vermissen und wir freuen uns auf nächstes Jahr, wenn ihr bei uns seid.

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